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Fahrwerksservice und Stoßdämpfer

Als Fahrwerk bezeichnet man die Gesamtheit aller beweglichen Teile eines Fahrzeugs, die der Verbindung zur Fahrbahn dienen. Hierzu gehören u.a. Querlenker, diverse Lager, Stabilisatoren und natürlich eines der wichtigsten Teile eines Fahrwerks, der Stoßdämpfer.

Sämtliche Fahrwerksteile nehmen die Schwingungen der gefederten Fahrzeugmassen auf, wobei der Stoßdämpfer besonders dem schnellen Abklingen der Schwingungen der gefederten Massen dient. Korrekt wäre daher eigentlich die Bezeichnung „Schwingungsdämpfer“.

Der Stoßdämpfer dient nicht dazu, durch Fahrbahnunebenheiten ins Fahrzeug eingeleitete Stöße abzufangen. Dafür ist die Federung zuständig. Generell unterscheidet man zwischen öldruck- und gasdruckgedämpften Stoßdämpfern.

Wussten Sie schon?

Nach Bremsen, Reifen und der Lenkung ist der Stoßdämpfer das wichtigste Bauteil, um ein Fahrzeug sicher beherrschen zu können. Dennoch wird in Deutschland im Rahmen der Hauptuntersuchung bisher nur eine Sichtprüfung der Stoßdämpfer durchgeführt. Eine Funktionsprüfung kann mit einem Stoßdämpfertestgerät durchgeführt werden, bei dem die einzelnen Räder des Fahrzeugs in Schwingung versetzt werden und danach die Abklingkurve der Schwingung aufgezeichnet wird.

Durch die Stoßdämpfer werden die Reifen vor allem beim Durchfahren von Kurven, aber auch bei Vollbremsungen auf der Straße gehalten. Ohne deren Schwingungsdämpfung würden die Räder nach dem Einfedern selbsttätig wieder ausfedern, dadurch das Fahrzeug nach oben beschleunigen, und somit die Normalkraft der Räder auf die Fahrbahn verringern, was dazu führen würde, dass die Reibkraft, die die Reifen auf die Fahrbahn bringen können, sinkt. Bildlich formuliert “hüpft” das Fahrzeug wie ein Gummiball auf der Fahrbahn.

Die Reifen können jedoch nur dann Antriebs-, Brems- und Querkräfte übertragen, wenn sie mit einer bestimmten Kraft auf die Fahrbahn gepresst werden. Ein Fahrzeug mit Federn ohne Stoßdämpfer ist daher nicht sicher steuerbar.

Gelegentlich wird angegeben, dass bei Fahrzeugen mit defekten Stoßdämpfern der Bremsweg von 50 km/h bis zum Stillstand um vier Meter länger ist. Mit nicht funktionierenden Stoßdämpfern verdoppelt sich die Wahrscheinlichkeit eines Überschlags bei einem Notausweichmanöver (Elchtest).

Die Lebensdauer von Stoßdämpfern in Pkw ist von der Einsatzart abhängig. In der Regel beträgt sie zwischen 80.000 und 100.000 km. Nachlassende Dämpfung wird oft unbewusst durch ein geändertes Fahrverhalten des Fahrers ausgeglichen.

Es gibt einige Anzeichen von nachlassenden Stoßdämpfern, wobei die auftretenden Effekte nicht schlagartig auftreten, sondern mit wachsendem Verschleiß des Dämpfers einhergehen:

  • mehrfaches Nachschwingen, wenn man das Fahrzeug in Radnähe mit der Hand in Schwingungen versetzt (einfacher Funktionstest, das Verhalten zeigt sich vor allem bei Dämpfern, die völlig funktionslos geworden sind)
  • nach Unebenheiten schwingt das Fahrzeug nach
  • Poltergeräusche auf schlechten Straßen bei niedriger Geschwindigkeit
  • ungleichmäßige Abnutzung von Reifen und erhöhter Reifenverschleiß
  • flatternde Lenkung oder vielfach unterbrochene Bremsspur nach einer Vollbremsung
  • wegen springender Räder schwammiges Kurvenfahrverhalten, bei welliger Fahrbahn driftet das Fahrzeug in Abhängigkeit von der Anregung der Vertikalschwingungen nach außen
  • steigende Seitenwindempfindlichkeit

Gänzlich defekte Öldruckdämpfer erkennt man auch durch erhebliche Mengen austretenden Öls an den Kolbenstangen der Dämpfer. Umgekehrt kann aber aus einem vollkommen dichten Stoßdämpfer nicht die einwandfreie Funktion abgeleitet werden.

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